DGB-Chef Sommer meldet sich zu Wort

DGB-Chef Michael Sommer hat sich im Vorwort zum DGB-Mediennewsletter zu Wort gemeldet. Wir veröffentlichen seine Botschaft im Wortlaut:

Kein Mindestlohn für Zusteller? Ungerecht und ungerechtfertigt!

Es wäre wahrscheinlich zu viel verlangt, würde man von den Verlegerinnen und Verlegern eine Unterstützung für den Mindestlohn erwarten. Aber die geballte Ablehnung der Zeitungsverlage in Sachen Mindestlohn für Zeitungszustellerinnen und -zusteller ist ärgerlich, peinlich und nicht nachvollziehbar. Die Verlage verlangen für sich das Sonderrecht, den Zustellerinnen und Zustellern auch künftig die gerechte Entlohnung ihrer Arbeit verweigern zu dürfen. Einen plausible Begründung für dieses Sonderrecht gibt es nicht. Das können die Verlegerinnen und Verleger nun auch schwarz auf weiß in einem Rechtsgutachten nachlesen, dass die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Auftrag gegeben hat. Die absurde Argumentation der Verleger, der Mindestlohn für die Zeitungszustellung beeinträchtige die Pressefreiheit, ist damit eindeutig widerlegt.
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) täte nun gut daran, das Angebot von ver.di anzunehmen, schnellstens in Tarifverhandlungen einzutreten und die Ausgestaltung es Mindestlohns zu verhandeln. Diese hatten die Verleger in den vergangenen Jahren verweigert, jetzt ist es an der Zeit diese Blockadehaltung aufzugeben. Die Zeitungszustellerinnen und -zusteller haben dasselbe Anrecht auf gerechte Bezahlung wie alle anderen Beschäftigten. Beim Mindestlohn mit zweierlei Maß zu messen wäre ungerecht und ungerechtfertigt. Für die Gewerkschaften ist klar: Ausnahmen nach Gusto der einzelnen Branchen sind tabu!

Michael Sommer